BioTioo 2.0 – die Alternative zur Clesana C1?

30 Tage lang habe ich den Feststoffbehälter unserer BioTioo Trockentrenntoilette nicht geleert. Was zunächst ziemlich gewöhnungsbedürftig klingt, ist für mich inzwischen einer der größten Vorteile gegenüber unserer vorherigen Kassettentoilette.

Aber wie riecht eine Trockentrenntoilette, deren Inhalt seit Wochen nicht entsorgt wurde? Wie hygienisch ist das wirklich? Wie häufig muss der Urintank geleert werden? Welche laufenden Kosten entstehen? Und ist die BioTioo vielleicht sogar eine interessante Clesana Alternative, wenn man eine Toilette ohne Chemie, Spülwasser und ständig neue Folienbeutel sucht?

Wir sind inzwischen seit rund drei Monaten mit unserer BioTioo 2.0 RL-Motion unterwegs. Zuvor haben wir zwei Jahre lang eine klassische Dometic Kassettentoilette genutzt.

Zeit also für einen ausführlichen BioTioo Erfahrungsbericht – mit den Dingen, die uns im Alltag wirklich gefallen, den Punkten, die mich nerven, und einem ausführlichen Vergleich zur Clesana C1.

BioTioo 2 Trockentrenntoilette im Pössl Schwenkbad

BioTioo eingebaut in unserem Pössl Summit Shine 600 L auf Citroen Jumper Basis

BioTioo Erfahrungen nach 3 Monaten: Die Clesana Alternative ohne Beutel?

Inhaltsverzeichnis

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen mit unserer BioTioo im Wohnmobil. Technische Angaben zu BioTioo und Clesana habe ich mit den jeweiligen Herstellerangaben abgeglichen. Die beiden Toiletten verfolgen völlig unterschiedliche Konzepte – entsprechend geht es mir nicht darum, eines davon pauschal als „besser“ zu bezeichnen.

Warum wir überhaupt von der Kassettentoilette weg wollten

Eine klassische Kassettentoilette funktioniert und ist seit Jahrzehnten Standard in Wohnmobilen.

Unser Problem damit war weniger die grundsätzliche Funktion als das, was auf Reisen danach kommt.

Je nach Nutzung musste unsere Kassette teilweise schon nach zwei bis drei Tagen wieder geleert werden. Also Entsorgungsstation suchen, Kassette herausnehmen, zur Entsorgung tragen, ausleeren, spülen und wieder einsetzen. 

Was für mich, der nicht nur im Frühling, Sommer und Herbst auf Tour geht eine nervige Angelegenheit ist, im Winter kommt noch ein weiteres Problem hinzu: viele Stellplätze oder Campingplätze haben geschlossen und damit auch einige Entsorgungsstationen, was für mich oft zur nervigen Sucherei geworden ist.

Hinzu kam für uns das Thema Geruch.

Auch mit biologischen Sanitärzusätzen wie AWIWA oder Solbio war das nie vollständig verschwunden. Besonders bei sommerlichen Temperaturen, aber teilweise auch im Winter im aufgeheizten Wohnmobil, wusste man ziemlich schnell, was sich unter der Toilette befindet.

Dazu kommen mehrere Liter Wasser, die man nur für die Toilettenspülung mitführt. Genau deshalb wollte ich ausprobieren, ob es auch anders geht. Unsere Kassettentoilette flog raus und wurde durch eine BioTioo Trockentrenntoilette mit Rührwerk ersetzt.

Dometic CT 4000 im Pössl Summit Shine

Unsere alte Dometic CT4000 Wassertoilette.

Was ist die BioTioo eigentlich?

Die BioTioo unterscheidet sich bereits grundlegend von einer klassischen Chemie- oder Kassettentoilette. Sie benötigt weder Spülwasser noch Sanitärchemie. Stattdessen werden Flüssiges und Festes direkt beim Toilettengang voneinander getrennt.

Der Urin gelangt bei unserer Variante in einen separaten 10-Liter-Urintank. Die Feststoffe landen dagegen in einem 15-Liter-Feststoffbehälter.

Und dort beginnt der eigentlich interessante Teil.

Im Behälter befinden sich Kokosfasern und ein Rührwerk. Nach der Benutzung werden Feststoffe, Toilettenpapier und Kokosfasern miteinander vermischt. Gleichzeitig transportiert ein kleiner 12-Volt-Lüfter permanent Feuchtigkeit und Gerüche aus dem Behälter nach außen.

Das Prinzip dahinter lautet vereinfacht:

Trennen → Mischen → Trocknen → Volumen reduzieren.

Wichtig ist dabei die Begrifflichkeit: Im kleinen Feststoffbehälter entsteht innerhalb weniger Wochen noch kein fertiger Kompost. Es handelt sich vielmehr um eine Vorkompostierung. Wer das Material tatsächlich kompostieren möchte, muss es anschließend entsprechend auf einem Kompost nachrotten lassen.

Welche BioTioo nutzen wir?

Wir haben uns für die umfangreich ausgestattete BioTioo 2.0 RL-Motion entschieden.

Während das Rührwerk bei der normalen RL-Version mit einer Handkurbel bewegt wird, übernimmt das bei unserer Variante ein 12-Volt-Elektromotor mit TiooTronic-SteuerungNach der Benutzung schließe ich den Toilettendeckel und das Rührwerk startet automatisch.

Der Motor bewegt das Material in beide Richtungen und vermischt die Feststoffe mit den Kokosfasern.

Für mich ist das im Alltag ein großer Komfortgewinn: Toilette benutzen, Deckel schließen – fertig.

Ich muss nicht daran denken, anschließend noch eine Kurbel zu betätigen.

Trotzdem ist die Toilette bei einem Stromausfall nicht plötzlich unbrauchbar. Die Trennung von Urin und Feststoffen erfolgt mechanisch und das Rührwerk kann weiterhin mit der mitgelieferten Handkurbel bewegt werden. So habe ich eine perfekte Redundanz.

BioTioo Komposttoilette Schwenkbad Pössl Summit Shine

Frisch verbaut – BioTioo 2.0 RL-Motion

BioTioo Erfahrungen: Wie funktioniert sie im Campingalltag?

Nach drei Monaten kann ich sagen, dass die eigentliche Benutzung überraschend unspektakulär ist.

Man setzt sich auf die Toilette und benutzt sie im Grunde wie gewohnt. Es muss keine Kassettenschieber-Klappe geöffnet werden, ich muss nichts vorbereiten und anschließend nicht spülen – außer beim Teil mit Urin, der bekommt zwei kleine Spritzer Wasser aus der Flasche.

Urin und Feststoffe werden durch die Form des Trenneinsatzes voneinander getrennt. Bei unserer motorisierten BioTioo beginnt nach dem Schließen des Deckels automatisch der Rührvorgang. Das ist für mich wichtig, denn ich wollte bewusst keine Toilette, bei der ich nach jeder Benutzung irgendwelche zusätzlichen Arbeitsschritte durchführen muss.

Allerdings bedeutet eine Trockentrenntoilette nicht, dass man sich plötzlich wochenlang um überhaupt nichts mehr kümmern muss.

Und damit kommen wir zum Urintank.

Wie oft muss ich den BioTioo Urintank leeren?

Der Urintank ist der Teil der BioTioo, mit dem ich am häufigsten zu tun habe.

Der BioTioo-Urintank fasst 10 Liter. Der Hersteller nennt je nach Nutzung ungefähr 5 bis 20 Nutzungen beziehungsweise als Orientierung ein Leerungsintervall von etwa zwei bis vier Tagen.

Meine Erfahrungen aus der Praxis sehen so aus:

Wenn ich alleine mit dem Wohnmobil unterwegs bin – beispielsweise eine Woche im Außendienst oder auf Tour – nutze ich die Toilette etwa morgens, mittags und abends.

Natürlich gehe ich unterwegs gelegentlich auch beim Kunden, im Restaurant oder beim Einkaufen auf die Toilette.

Bei ungefähr 12 bis 15 Toilettengängen komme ich mit dem 10-Liter-Tank etwa vier bis fünf Tage aus. Bei intensiverer Nutzung sind es bei uns eher zwei bis spätestens drei Tage.

Die BioTioo macht mich also keineswegs davon unabhängig, Flüssigkeit zu entsorgen. Sie verändert für mich aber die Art der Entleerung.

Statt einer kompletten Kassette mit Urin, Feststoffen, Wasser und Sanitärzusatz nehme ich einen relativ kompakten Urintank heraus.

Eine gefüllte Kassette kann schnell ein ordentliches Gewicht erreichen. Der gefüllte 10-Liter-Urintank der BioTioo kommt dagegen auf ungefähr 11 Kilogramm.

Und noch wichtiger: Urin lässt sich unterwegs wesentlich unkomplizierter über eine geeignete Toilette entsorgen als eine komplette Fäkalienkassette.

30 Tage BioTioo ohne Entleerung – funktioniert das wirklich?

Kommen wir zu dem Punkt, der mich selbst am meisten interessiert hat. Wie lange kann der Feststoffbehälter tatsächlich benutzt werden?

BioTioo gibt für den 15-Liter-Feststoffbehälter je nach Nutzung und Trocknung ungefähr 20 bis 30 Feststoffnutzungen an. Aber Zahlen auf einer Herstellerseite sind das eine.

Ich wollte wissen, wie sich das System im echten Wohnmobil verhält. Und bei uns blieb der Inhalt tatsächlich 30 Tage im Behälter.

Natürlich bedeutet das nicht, dass die Toilette 30 Tage lang von mehreren Personen permanent benutzt wurde. Entscheidend ist die tatsächliche Anzahl der Feststoffnutzungen. Trotzdem war für mich vor allem die lange Standzeit interessant.

Denn genau hier hatte ich vor dem Umbau die größten Bedenken:

  • Was passiert mit dem Inhalt?
  • Wird er feucht?
  • Bildet sich Schimmel?
  • Fängt die Toilette irgendwann an zu riechen?
  • Und möchte ich diesen Behälter nach einem Monat überhaupt noch öffnen?

Stinkt die BioTioo nach 30 Tagen?

Die kurze Antwort aus meiner bisherigen Erfahrung: Nein. Und genau das hat mich am meisten überrascht.

Als die BioTioo bei uns eingebaut wurde, wurde mir gesagt, dass der Inhalt später ungefähr nach Waldboden riechen würde. Das klang für mich ehrlich gesagt etwas zu sehr nach Verkaufsargument.

Nach ein paar Tagen musste ich allerdings feststellen: Die Beschreibung trifft es erstaunlich gut.

Der Inhalt war bei der Entleerung trocken. Ich hatte weder Schimmel noch eine unangenehme Fäkalien-Geruchswolke im Wohnmobil.

Auch direkt nach der normalen Toilettenbenutzung ist die Geruchsentwicklung nach meiner Erfahrung nicht negativ spürbar. Deckel schließen, das Rührwerk beginnt zu arbeiten und der Lüfter transportiert feuchte Luft kontinuierlich nach außen.

Natürlich kann ich damit nur meine eigenen Erfahrungen beschreiben. Aber gerade im Vergleich zu unserer vorherigen Kassettentoilette ist der Unterschied für mich enorm.

Sauberkeit und Hygiene: Ist das nach mehreren Wochen nicht eklig?

Das war vor dem Kauf eine meiner größten Fragen. Bei einer Kassettentoilette verschwindet der gesamte Inhalt spätestens nach einigen Tagen aus dem Fahrzeug. Bei der BioTioo bleiben die Feststoffe dagegen teilweise über Wochen im Behälter.

Das klingt zunächst nicht besonders appetitlich. Der entscheidende Unterschied ist jedoch die Feuchtigkeit. Durch die Trennung gelangt möglichst wenig Urin in den Feststoffbehälter. Die Kokosfasern nehmen Feuchtigkeit auf, das Rührwerk verteilt das Material und die aktive Entlüftung unterstützt die Trocknung.

Das Ergebnis nach meinen 30 Tagen war entsprechend trocken und krümelig. Das ist auch bei der Entleerung ein Unterschied zu Systemen, bei denen Flüssigkeit gemeinsam mit Feststoffen gesammelt wird. Ich habe hier keine „Fäkaliensuppe“, die beim Entleeren herumschwappen oder bei einer beschädigten Folienverpackung auslaufen kann.

Zu Hause geben wir den Inhalt auf einen dafür vorgesehenen separaten Kompost, wo die notwendige weitere Rotte stattfinden kann.

Für die Entsorgung unterwegs sollte man dagegen immer die am jeweiligen Aufenthaltsort geltenden Regeln beachten. Generell kann man die trockene „Erde“ in einen Papietüte tun und im Restmüll entsorgen. Es stinkt nichts und es läuft nichts aus. Wenn die Tüte beschädigt werden sollte, krümelt es zwar aber es läuft keine stinkende Soße irgendwo aus.

BioTioo oder Clesana? Zwei völlig unterschiedliche Konzepte

Spätestens wenn man sich nach einer Alternative zur klassischen Chemietoilette umsieht, taucht fast zwangsläufig die Clesana C1 auf.

Und ich finde wichtig, eines vorwegzunehmen: Die Clesana ist keine schlechte Toilette. Im Gegenteil. Ihr Konzept ist ziemlich clever.

Statt Urin und Kot über längere Zeit in einem Behälter zu sammeln, verschweißt die Clesana sie in einer speziellen Barrierefolie. Geschäft erledigen, Schweißvorgang starten und der Inhalt wird verpackt.

Gerade für Menschen, die möglichst wenig Kontakt mit dem Inhalt ihrer Toilette haben möchten, ist das eine sehr komfortable Lösung.

Allerdings erkauft man sich diesen Komfort mit einem grundsätzlich anderen System, was aus meiner Sicht wieder viel Müll erzeugen kann.

Und genau deshalb kann die BioTioo eine interessante Clesana Alternative sein.

Clesana Alternative ohne Beutel: Wo liegt der Unterschied?

Der vielleicht größte Unterschied lässt sich auf einen Satz reduzieren: Clesana verpackt – BioTioo trennt und trocknet.

Bei der Clesana entsteht durch die Schweißvorgänge eine Kette aus verschlossenen Folienbeuteln, die anschließend in der Auffangschublade landet. Die BioTioo sammelt Feststoffe dagegen gemeinsam mit Kokosfasern in einem Behälter.

Es entsteht also nicht nach jedem entsprechenden Toilettengang ein neuer verschweißter Fäkalienbeutel. Und genau das ist für mich einer der größten Vorteile des BioTioo-Konzepts.

Was kann an der Clesana im Alltag stören?

Auch hier möchte ich fair bleiben: Viele Clesana-Besitzer sind mit ihrer Toilette sehr zufrieden.

Einige Punkte ergeben sich jedoch zwangsläufig aus dem Funktionsprinzip.

1. Folienverbrauch

Die Clesana benötigt spezielle Folienliner.

Laut aktuellem technischen Datenblatt reicht ein Liner im Durchschnitt für bis zu 40 Toilettengänge.

Damit muss ich auf längeren Reisen entsprechende Ersatzliner mitführen und produziere durch das Verschweißen zusätzlichen Folienabfall.

Bei BioTioo benötige ich ebenfalls Verbrauchsmaterial – nämlich die Kokosfasern.

Allerdings werden die Feststoffe gemeinsam gesammelt und erst am Ende einer Füllung entsorgt.

Für Camper, die gezielt nach einer Clesana Alternative ohne Folienbeutel suchen, ist das ein wichtiger Unterschied.

2. Flüssigkeit im verschweißten Beutel

Bei der klassischen Clesana-Nutzung wird auch Urin im Folienbeutel gesammelt.

Clesana bietet dafür Super-Absorber an, welche die Flüssigkeit im Beutel binden.

Das funktioniert – bedeutet aber wiederum zusätzliches Verbrauchsmaterial.

Mittlerweile bietet Clesana allerdings auch einen separaten Flüssig-Einsatz an. Damit lässt sich Urin separat sammeln und anschließend entsorgen. Das zeigt gleichzeitig, wie unterschiedlich die ursprünglichen Konzepte von Clesana und BioTioo sind. Bei der BioTioo ist die Trennung von Flüssigem und Festem von Anfang an Bestandteil des Systems.

3. Begrenzter Platz in der Auffangschublade

Die verschweißten Beutel verschwinden bei der Clesana in einer Auffangschublade. Diese besitzt natürlich kein unbegrenztes Volumen.

Je nach verwendeter Beutelgröße und Füllmenge muss die Schublade entsprechend regelmäßig geleert werden.

Die Clesana löst also das Problem der Entsorgung auf eine andere Art: Ich muss keine Kassette zur Entsorgungsstation bringen, dafür muss ich die entstandenen Folienbeutel aus dem Fahrzeug entfernen.

Bei der BioTioo sammle ich die Feststoffe dagegen wesentlich länger gemeinsam im 15-Liter-Behälter.

4. Abhängigkeit vom Schweißsystem

Die Clesana benötigt für ihr eigentliches Funktionsprinzip immer Strom, denn die Folie muss verschweißt und getrennt werden.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass die Clesana ein großer Stromfresser wäre. Der Unterschied liegt vielmehr darin, was bei einem technischen Problem passiert.

Bei der BioTioo erfolgt die Trennung mechanisch. Selbst bei meiner motorisierten RL-Motion kann ich bei einem Ausfall der Elektronik weiterhin die Handkurbel verwenden.

Das finde ich auf längeren Reisen beruhigend.

BioTioo Erfahrung und Alternative zu Clesana

BioTioo vs. Clesana C1 im Vergleich

 BioTioo 2.0 RL-MotionClesana C1
GrundprinzipTrennen, mischen & trocknenAusscheidungen in Folie verschweißen
SpülwasserNeinNein
SanitärchemieNeinNein
Feststoffe15-l-Behälter mit Kokosfasernverschweißte Folienbeutel
Urinseparater 10-l-Tankregulär im Folienbeutel; optional separater Flüssig-Einsatz
VerbrauchsmaterialKokosfasernFolienliner, optional Absorber
Reichweite Verbrauchsmaterialca. 30 Feststoff-Sitzungen pro Kokos-Packim Durchschnitt bis zu 40 Toilettengänge pro Liner
Kosten Verbrauchsmaterial pro Nutzung*ca. 0,18 €ca. 0,31 € für Folie
Absorbernicht erforderlichoptional; zusätzliche Kosten
Folienmüll je SchweißvorgangNeinJa
Feststoffentleerunggesammelt nach längerer NutzungAuffangschublade regelmäßig leeren
Feuchtigkeit bei Feststoffenwird durch Trennung/Trocknung reduziertFlüssigkeit wird ggf. im Beutel gebunden
Strom für GrundfunktionTrennung mechanisch; Rührwerk notfalls per KurbelSchweißsystem benötigt Strom
Umgang mit Toilettenpapierkommt mit in den Feststoffbehälterwird mit eingeschweißt
Konzeptmaximale Autarkie & Trocknungmaximal sauberes Verschließen

* Die Kosten sind nur bedingt direkt vergleichbar. Bei der BioTioo beziehen sich rund 18 Cent auf eine Feststoff-Sitzung. Grundlage sind 22 Euro für vier Kokosfaser-Packs inklusive vier Entsorgungsbeuteln und rund 30 Feststoff-Sitzungen je Pack. Bei der Clesana ergeben sich bei 12,50 Euro pro Liner und durchschnittlich bis zu 40 Toilettengängen rund 31 Cent reine Folienkosten pro Nutzung. Preise können sich natürlich ändern.

BioTioo oder Clesana: Welche Toilette ist bei den Folgekosten günstiger?

Rechnet man nur das jeweilige Hauptverbrauchsmaterial, ergibt sich zunächst ein Vorteil für die BioTioo.

Vier BioTioo Kokosfaser-Refill-Packs inklusive vier Entsorgungsbeuteln kosten derzeit 22 Euro.

Damit kostet eine Füllung:

22 € ÷ 4 = 5,50 €.

Wenn ein Pack für ungefähr 30 Feststoff-Sitzungen reicht:

5,50 € ÷ 30 = rund 0,18 € pro Feststoff-Sitzung.

Bei der Clesana kosten zwei klassische Folienliner aktuell 25 Euro, also 12,50 Euro pro Liner.

Bei durchschnittlich bis zu 40 Toilettengängen:

12,50 € ÷ 40 = rund 0,31 € pro Toilettengang.

Wer zusätzlich einen Super-Absorber verwendet, hat entsprechend weitere Verbrauchskosten.

Aber: Ich würde meine Kaufentscheidung nicht wegen 13 Cent Unterschied pro Nutzung treffen.

Viel interessanter finde ich das, was am Ende übrig bleibt.

Weniger Plastikmüll: Für mich ein wichtiger BioTioo-Vorteil

Bei einer Schweißtoilette ist die Folie kein Nebeneffekt, sondern elementarer Bestandteil des Systems. Und genau diese Folie ist gleichzeitig der große Vorteil von Clesana: Der Inhalt ist nach der Benutzung verschlossen.

Bei der BioTioo verfolge ich das gegenteilige Prinzip. Ich produziere nicht nach jedem Geschäft einen neuen verschweißten Beutel. Die Feststoffe bleiben gemeinsam mit den Kokosfasern im Behälter und werden immer weiter getrocknet. Erst wenn der Behälter geleert werden muss, benötige ich unterwegs gegebenenfalls einen Entsorgungsbeutel.

Für mich bedeutet das in der Praxis: KEIN Plastikmüll.

Dazu kommt der Zustand des Inhalts. Bei meiner Entleerung nach 30 Tagen war das Kokos-Feststoff-Gemisch trocken.

Ich habe also keinen schweren, mit Flüssigkeit gefüllten Fäkalienbeutel im Wohnmobil liegen, bei dem ich mir Gedanken machen muss, was passiert, wenn dieser beschädigt wird. Gerade auf längeren Reisen gefällt mir dieses Prinzip inzwischen ausgesprochen gut.

Ein unerwarteter Vorteil: Die BioTioo spart Gewicht

Ein Punkt, den man beim Toilettenvergleich leicht vergisst, ist das Fahrzeuggewicht. Die vorherige Dometic-Wassertoilette brachte ungefähr 12 Kilogramm auf die Waage. Unsere BioTioo liegt in unserer Ausstattung bei ungefähr 7 Kilogramm.

Wir sparen durch den Umbau also rund: 5 Kilogramm Fahrzeuggewicht.

Das klingt zunächst nicht spektakulär. Wer aber schon einmal mit seinem Wohnmobil auf der Waage stand und um jedes Kilogramm Zuladung kämpft, weiß, dass fünf Kilogramm plötzlich ziemlich interessant werden können. Hinzu kommt das eingesparte Spülwasser.

Auch die niedrigere Sitzhöhe gefällt uns besser

Bei unserem Pössl war die ursprüngliche Wassertoilette für meinen Geschmack ziemlich hoch eingebaut. Bei längeren Sitzungen war das teilweise wirklich unangenehm.

Die BioTioo baut niedriger auf und die Sitzposition gefällt mir persönlich wesentlich besser. Das ist natürlich stark vom jeweiligen Fahrzeug und der Einbausituation abhängig. Für unseren Pössl Summit Shine 600 L ist es aber ein echter Vorteil.

Vorteile der Clesana C1

Bis hierher könnte der Eindruck entstehen, die BioTioo würde den Vergleich grundsätzlich gewinnen.

So einfach ist es nicht. Denn die Clesana hat einen Komfortvorteil:

Ich muss mich praktisch nicht mit meinen Ausscheidungen „beschäftigen“.

Die Clesana verschweißt den Inhalt. Danach liegt ein geschlossener Beutel in der Schublade.

Bei BioTioo dagegen muss ich irgendwann den Feststoffbehälter herausnehmen und entleeren.

Der Inhalt war bei uns zwar trocken und roch nicht unangenehm – trotzdem beschäftige ich mich beim Entleeren zwangsläufig damit.

Wer sagt: „Ich möchte mit dem Inhalt meiner Toilette möglichst überhaupt nichts zu tun haben.“

wird das Clesana-Konzept wahrscheinlich sympathischer finden.

Wer dagegen sagt:

„Ich möchte möglichst lange autark sein und so wenig Verbrauchsmaterial und Müll wie möglich produzieren.“

für den finde ich eine Trockentrenntoilette mit Rührwerk wie die BioTioo spannender.

Was mich an der BioTioo nach drei Monaten stört

Damit dieser BioTioo Erfahrungsbericht nicht zu einer Lobeshymne wird: Es gibt auch Dinge, die ich verbessern würde.

Der Toilettensitz

Der Sitz könnte meiner Meinung nach etwas großzügiger geformt sein. An einigen Stellen empfinde ich die Auflagefläche als etwas schmal. Das ist kein Drama, aber bei einer Toilette in dieser Preisklasse (ab 1.215€ mit manuellem Rührwerk)  darf man meiner Meinung nach auch solche Details ansprechen.

Fehlende Füllstandsanzeige beim Urintank

Das ist aktuell mein größerer Kritikpunkt. Der 10-Liter-Urintank funktioniert gut und dank des Geruchsverschlusses habe ich damit bisher auch keine unangenehme Geruchsentwicklung. Aber ich sehe nicht komfortabel, wie voll der Tank inzwischen ist.

Bei einer ansonsten technisch ziemlich aufwendigen Toilette mit Motor, Sensorik und Steuerung wirkt es fast etwas kurios, dass ich den Füllstand noch manuell kontrollieren muss.

Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand soll hierfür eine Sensorlösung kommen beziehungsweise nachrüstbar werden.

Die möchte ich mir definitiv anschauen.

Ist BioTioo die beste Clesana Alternative?

Nach drei Monaten würde ich die Frage etwas anders beantworten.

BioTioo ist nicht die bessere Clesana. Sie ist eine Alternative mit einem völlig anderen Ansatz.

Und genau deshalb sollte man sich vor dem Kauf fragen, welches Problem man eigentlich lösen möchte.

Clesana passt aus meiner Sicht besser, wenn …

  • du Ausscheidungen möglichst sofort verschlossen haben möchtest,
  • du möglichst wenig Kontakt mit dem Inhalt haben willst,
  • dich Folienverbrauch und entsprechende Verbrauchsmaterialien nicht stören,
  • du das komfortable automatische Verschweißen bevorzugst.

BioTioo passt aus meiner Sicht besser, wenn …

  • du möglichst lange autark unterwegs sein möchtest,
  • du keine Chemie verwenden willst,
  • du kein Spülwasser verbrauchen möchtest,
  • du möglichst wenig Folien- und Plastikmüll produzieren möchtest,
  • du Feststoffe über einen längeren Zeitraum sammeln möchtest,
  • dir ein separates Urinsystem lieber ist,
  • du ein System möchtest, dessen Grundfunktion auch ohne Motor bzw. Schweißtechnik weiter nutzbar bleibt.

Gerade wer bei Google nach „Clesana Alternative ohne Beutel“ sucht, sollte sich meiner Meinung nach deshalb unbedingt auch mit dem Prinzip einer Trockentrenntoilette mit Rührwerk beschäftigen.

Mein Fazit nach drei Monaten BioTioo

Würde ich unsere BioTioo wieder gegen eine klassische Kassettentoilette tauschen? Nein!

Die BioTioo ist nicht perfekt. Ich wünsche mir einen etwas besseren Toilettensitz und vor allem eine vernünftige Füllstandsanzeige für den Urintank. Aber die Punkte, die mich an unserer alten Toilette am meisten gestört haben, hat sie für mich tatsächlich gelöst.

  • Ich brauche keine Sanitärchemie.
  • Ich verbrauche kein Spülwasser.
  • Ich schleppe nicht mehr alle zwei bis drei Tage eine schwere Fäkalienkassette zur Entsorgungsstation.

 

Und der für mich erstaunlichste Punkt:

Ich habe den Feststoffbehälter 30 Tage lang nicht geleert und hatte trotzdem keine unangenehme Geruchsentwicklung!

Das verändert für mich das Reisen. Natürlich muss der Urintank weiterhin regelmäßig geleert werden. Und irgendwann muss auch der Feststoffbehälter raus. Aber die Toilette bestimmt nicht mehr alle paar Tage, wann ich die nächste Entsorgungsmöglichkeit anfahren muss.

Und genau das bedeutet für mich mehr Autarkie.

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Bitte beachtet: Preise, Ausstattungen und technische Details können sich ändern. Prüft vor dem Kauf deshalb noch einmal die aktuellen Angaben des Herstellers.

Häufige Fragen zur BioTioo und zu Clesana Alternativen

Was ist eine gute Alternative zur Clesana?

Wer eine Alternative zur Clesana C1 sucht, sollte zunächst entscheiden, ob Ausscheidungen einzeln verschweißt oder Urin und Feststoffe getrennt gesammelt werden sollen. Eine Trockentrenntoilette wie die BioTioo ist besonders interessant, wenn man auf Folienbeutel verzichten und Feststoffe über einen längeren Zeitraum sammeln und trocknen möchte.

Gibt es eine Clesana Alternative ohne Beutel?

Ja. Trockentrenntoiletten arbeiten grundsätzlich nach einem anderen Prinzip als eine Verschweißtoilette. Bei der BioTioo mit Rührwerk werden Feststoffe beispielsweise gemeinsam mit Kokosfasern gesammelt und getrocknet. Dadurch ist nicht für jeden Toilettengang ein separater Folienbeutel erforderlich.

Was ist besser – BioTioo oder Clesana?

Das hängt vom gewünschten Konzept ab. Clesana punktet vor allem mit dem hygienischen Verschließen der Ausscheidungen in Folie und wenig direktem Kontakt beim Entleeren. BioTioo setzt dagegen auf Trennung, Trocknung, lange Feststoffintervalle und weniger Folienabfall.

Was kostet die BioTioo pro Toilettengang?

Bei 22 Euro für vier Kokosfaser-Packs inklusive Entsorgungsbeuteln kostet eine Füllung 5,50 Euro. Bei ungefähr 30 Feststoff-Sitzungen entspricht das rechnerisch etwa 18 Cent pro Feststoff-Sitzung.

Was kostet die Clesana pro Toilettengang?

Bei 25 Euro für zwei Folienliner kostet ein Liner 12,50 Euro. Bei durchschnittlich bis zu 40 Toilettengängen pro Liner ergeben sich rechnerisch ungefähr 31 Cent reine Folienkosten pro Toilettengang. Optional verwendete Absorber erhöhen die Verbrauchskosten zusätzlich.

Wie lange hält der Feststoffbehälter der BioTioo?

Der Hersteller nennt für den 15-Liter-Feststoffbehälter ungefähr 20 bis 30 Feststoffnutzungen, abhängig von Nutzung und Trocknung. In meinem Praxistest befand sich der Inhalt über einen Zeitraum von 30 Tagen im Behälter.

Stinkt die BioTioo?

In meinen ersten drei Monaten hatte ich keine störende Geruchsentwicklung im Wohnmobil. Selbst bei der Entleerung nach 30 Tagen war der Inhalt trocken und roch für mich eher erdig beziehungsweise nach Waldboden als nach einer klassischen Fäkalienkassette.

Wie oft muss der Urintank der BioTioo geleert werden?

Der Urintank fasst 10 Liter. Wenn ich alleine unterwegs bin, erreiche ich in der Praxis etwa vier bis fünf Tage. Bei stärkerer Nutzung sind es eher zwei bis drei Tage. Das hängt natürlich stark vom individuellen Toilettenverhalten ab.

Darf Toilettenpapier in die BioTioo?

Bei der BioTioo mit Rührwerk kann normales Toilettenpapier zusammen mit den Feststoffen in den Behälter gegeben werden. Das Rührwerk vermischt beziehungsweise zerkleinert es zusammen mit dem Fasermaterial.

Braucht die BioTioo Strom?

Die eigentliche Trennung von Urin und Feststoffen erfolgt mechanisch. Unsere RL-Motion besitzt allerdings einen 12-Volt-Motor für das automatische Rührwerk sowie eine elektrische Lüftung. Fällt der Motor aus, kann das Rührwerk weiterhin mit der Handkurbel bedient werden.

Ist die BioTioo eine Komposttoilette?

Die BioTioo mit Rührwerk startet im Behälter lediglich eine Vorkompostierung. Der Inhalt wird gemischt, getrocknet und im Volumen reduziert. Fertiger Humus entsteht in dieser kurzen Zeit nicht. Für eine tatsächliche Kompostierung ist anschließend eine längere Nachrotte erforderlich.

BioTioo 2 RL-Motion Clesana Alternative

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